Kinzing-Schule

Geschichte der Kinzing-Schule

Die Kinzing-Schule feierte am 21.09.2019 ein großes Schulfest. 90 Jahre gibt es nun schon diese Schule in Neuwied, die nicht immer Kinzing-Schule – Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen – hieß.

Im Vordergrund der Schule standen und stehen immer die Schüler* und das Bestreben, den Kindern eine gezielte, individuelle Förderung zukommen zu lassen, da diese Kinder im Regelschulsystem aus den unterschiedlichsten Gründen nicht erfolgreich mitarbeiten konnten und können.

Im Laufe der 90 Jahre hat sich aber nicht nur die Bezeichnung für die Förderung geändert, es gab Paradigmenwechsel, die sich auch in den Aufgaben der Förderschule wiederspiegeln.

Sprach man zu Beginn noch über die „Hilfsschule“, wurde später die „Sonderschule für Lernbehinderte“ daraus. Dieser Begriff und auch diese Denkweise sind zum Glück abgelegt. Die Schüler werden heute individuell in den Förderschulen und in der Inklusion an Schwerpunktschulen gefördert. Darüber hinaus arbeiten die Förderschullehrkräfte beratend und präventiv im Förder- und Beratungszentrum Neuwied. Die Bandbreite der Aufgaben der Förderschullehrer, die Sichtweise und die Arbeit mit und für das Kind haben sich erheblich erweitert in den 9 Jahrzehnten seit es diese Schule in Neuwied gibt.

Meilensteine in der Geschichte der Schule waren:

  • 07.1929: in Neuwied werden jeweils eine evangelische und eine katholische Hilfsschulklasse eingerichtet.
  • 1933 – 1949 muss die „simultane Hilfsschule“ mehrfach innerhalb der Stadt umziehen (steigende Schülerzahlen und die damit verbundene Raumnot sind die Gründe).
  • 1959 erhält die Schule den Namen „Kinzingschule Neuwied“ (der Name setzte sich in einer Abstimmung im Stadtrat gegen den Vorschlag „Deichstadtschule“ durch).
  • 1978 konnte die Kinzingschule endlich in ein neu errichtetes Gebäude auf dem Heddesdorfer Berg ziehen.
  • 1980 wurde bereits das freiwillige 10. Schuljahr eingerichtet, das die Schüler zu einem „vollgültigen Hauptschulabschluss“ führt.
  • 1996 bekam die Kinzing-Schule Schulsozialarbeit an die Schule.
  • Seit Anfang der 2000er Jahre werden die Sonderschulen zu Förderschulen, die Kinzing-Schule ist nun „Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen – SFL“
  • Mit Einrichtung der Schwerpunktschulen im Land 2001 erweitern sich die Aufgaben der Förderschullehrkräfte. Kollegen der Kinzing-Schule werden zur Förderung an die Schwerpunktschulen abgeordnet. Dort werden Kinder mit und ohne Förderbedarf inklusiv unterrichtet.
  • Seit 2005 ist die Schule optionale Ganztagsschule. Ebenso wird an der Schule für die Abschlussklassen der Praxistag eingeführt. Einen Tag in der Woche besuchen die Schüler nicht die Schule, sondern arbeiten in Betrieben. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der Berufsvorbereitung, ebenso ist der 2012 eingeführte Arbeitslehreprojekttag an der Schule ein Standbein des Berufsvorbereitungskonzepts.
  • Im Jahr 2016 wird die Kinzing-Schule vom Bildungsministerium als „Förder- und Beratungszentrum (FBZ) für den Landkreis Neuwied“ beauftragt. Aus dem ganzen Landkreis werden Beratungsanfragen an das FBZ herangetragen. In enger Zusammenarbeit mit allen Förderschulen im Landkreis werden von der Kinzing-Schule aus diese Beratungsanfragen koordiniert und beauftragt. Die Förderschullehrer suchen die um Rat fragenden Schulen auf, um gezielte Beratung in pädagogischen Fragen zu leisten. Diese Beratung hat vorrangig präventiven Charakter und soll zur Förderung der Kinder in ihren Heimatschulen dienen.
  • 2016 wird die Kinzing-Schule in das Landeskonzept „Medienkompetenz macht Schule“ aufgenommen.
  • Ebenso werden seit 2016 Kompetenzanalysen (Profil AC) durch Lehrkräfte der Kinzing-Schule durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen den Schülern der 7. Klassen auf, in welchen Bereichen ihre Stärken liegen. Dies wiederum hilft ihnen bei der Praktikumsplatzsuche, genauso wie bei der Suche nach Ausbildungsstellen.